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Rehehausen

Die Kirchengemeinde Rehehausen hat zur Zeit etwa 80 Mitglieder.  Die Kirche stammt aus dem Mittelalter. Auch die Pfarre ist alt und steht zum Verkauf. Darin wird ein Gemeinderaum genutzt, zum Beispiel für die monatlichen Bibelstunden, die gemeinsam mit den Taugwitzern und Poppelern abgehalten wird.


Aus der Geschichte der Kirche von Rehehausen

Die erste Erwähnung der Kirche von Rehehausen geht bereits auf das Jahr 1268 zurück. 1278 wird eine sogenannte Vikarie erwähnt (Ad vicariaePetri et Pauli in Rogehusen!)

Wie entstand der Ort Rehehausen?

Rehehausen, das am Lißbach liegt, entwickelte sich aus einem alten fränkischen Königsgut. Hier ist schon 1074 ein befestigter Hof nachweisbar, der Stammsitz der altthüringer Familie Rockhausen war. 1273 waren der Hof und weitere umliegende Güter im Besitz des Ritters Berthold von Rogehusen. Seit 1525 ist der Ort unter dem Namen Rehawsen bekannt, aus dem sich später der Name Rogehusen entwickelte. Da gehörte der Ort aber nicht mehr dem Ritter Berthold von Rogehusen, sondern dem Zisterzienserkloster St. Marien zu Pforte.

1551 zählte man im Dorf 29 Gehöfte, Gemeinschaftshäuser, das Brauhaus, das Gemeindebackhaus und das Hirtenhaus. Am heutigen Buswendeplatz in Rehehausen lief auch eine Mühle.

Wie in anderen Dörfern stand die Kirche im Mittelpunkt des Ortes und hatte eine sehr wechselvolle Geschichte. 1615 wurde der bauliche Zustand der Kirche so beschrieben:

Das Dach war mit Schindeln gedeckt und die Mauern waren aus Lehm gebaut. Im Kircheninnern gab es keine Pflasterung oder Bodendielung.

Der Lißbach trat öfters über die Ufer und überschwemmte die Kirche. Dabei riss er ein großes Loch in den Fußboden vor dem Altar und unterspülte die Lehmmauern. Daraufhin brach der Altar zusammen. Er musste völlig neu gebaut werden. Auch wird erwähnt, dass in dieser Zeit die Glocke aus Erfurt beschafft wurde.

Unter dem 30-jährigen Krieg musste die Kirche schwer leiden, als der Ort dreimal (1632, 1635, 1637) geplündert wurde.

Am 28.12.1637 geht die Kirche in Flammen auf und noch 1650 ist sie nur ein großer Schutthaufen. Der damalige Pastor engagierte sich für den Neuaufbau der Kirche. Er sammelte Geld und wurde persönlich vorstellig beim Landesfürsten, dem Kurfürsten und sogar beim König von Sachsen. 1652 war es geschafft. Der Kirchenneubau war fertiggestellt, aber das Kircheninnere war noch sehr spartanisch.

Wir können lesen, dass erst 1662 die Kirche neu getüncht wurde und 1663 hieß es, dass „das Innere zurechtgebracht” wurde. Aber nur 40 Jahre später (1705) klagt der zuständige Pfarrer Haubold, dass die Kirche eine Wüstenei sei und einem Gotteshause nicht mehr ähnlich wäre. So wird im Jahre 1714 die Kirche gänzlich neu gebaut mit den noch heute bestehenden Bruchsteinmauern.

Aber im Zeitraum bis 1758 (Ausscheiden von Pastor Haubold aus dem Amt mit 87 Jahren) erfolgte bereits eine erneute Restaurierung. Pastor Haubold hat sich viele Verdienste um die Kirche erworben. Auch der Weg zum sächsischen König nach Dresden war ihm nicht zu weit, um ihn um finanzielle Unterstützung zu bitten.

LEAD Technologies Inc. V1.01Im Zeitraum 1763 bis 1784 erfolgte der Einbau der Orgel. Das zog sich über 20 Jahre hin, weil immer das Geld fehlte, ein Problem, das wir ja heute auch kennen. Trotz oder wegen der langen Bauzeit muss die Orgel von keiner guten Qualität gewesen sein, denn es wird immer wieder von hohen Reparaturkosten berichtet.

1807 erhält die Kirche eine zweite Glocke, gegossen von den Gebrüdern Ulrich in Apolda. 1813 wurden in der Kirche Um-bzw.Ausbauten vorgenommen. Die untere Empore wurde verlängert und eine zweite Empore eingebaut .Am 1. Advent 1885 hielt ein neuer Pfarrer, Pastor Röder, seinen Antrittsgottesdienst. Wie vielen anderen Kirchen erging es auch der Kirche in Rehehausen im 1. Weltkrieg: Die Prospektpfeifen und die Bronzeglocke mussten für Kriegsmaterial abgeliefert werden. 1927 wurde mit dem Einbau einer neuen Orgel begonnen. Das Kircheninnere wurde renoviert, die Bleiglasfenster wurden von den Kindern des Pastors Röder gestiftet.

Nach dem 2. Weltkriegbis Ende der 70er Jahre waren die Pfarrer Könitz, Köstlin und Lenk im Dienst und wohnten mit ihren Familien auch noch im Pfarrhaus in Rehehausen. Einige Bürger von Rehehausen werden sich wahrscheinlich noch daran erinnern.

Bis 1993 wurden kaum Arbeiten an der Kirche durchgeführt. Das Dach war undicht und zum Teil eingebrochen. Wasser drang ins Kircheninnere. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde 1993 das Dach neu eingedeckt. Leider wurde keine Dachrinne angebracht. 1999 wurden Turm und Turmuhr restauriert. Bei vielen Bürgern war der Wunsch, doch wieder Gottesdienste in der Rehehäuser Kirche feiern zu können, denn der letzte hatte 1985 in der Kirche mit Pfarrer Thieswald aus Braunsroda stattgefunden.

Da hatten Marlis Nägler, Evelyn Rößler und Beate Massier den Gedanken gefasst mit Hilfe interessierter Bürger die Kirche in Eigeninitiative wieder instand zu setzen. Das war ein kühner Plan. Denn der Zustand war so: An den Wänden fehlte der Putz, die Decke war marode, alle Holzteile brauchten dringend einen Neuanstrich, die Fenster waren teilweise zerschlagen und vom Holzwurm zerfressen, die gesamte Elektroinstallation war nicht mehr zu gebrauchen. So riefen die 3 obengenannten Frauen zu einer Zusammenkunft am 14.März 2002 auf, um eine Lagebesprechung durchzuführen. Erfreulicherweise waren sehr viele gekommen. Es bildete sich sozusagen eine zweite Gemeinde, denn auch Menschen, die nur selten oder nie einen Gottesdienst besuchen, stellten sich mit ihrer Arbeitskraft, oder Geld- und Sachspenden (z.B. die neuen Bleiglasfenster) zur Verfügung. So fand am 6. April 2002 der erste Arbeitseinsatz statt und am 17. November 2002, dem Ewigkeitssonntag, konnte der erste Gottesdienst zur Wiedereinweihung der Kirche in Rehehausen stattfinden. In diesem Zeitraum von knapp 8 Monaten wurde unter der Bauleitung von Siegfried Hofmann viel geschafft. Dabei galt es auch, mit der Denkmalbehörde ins Einvernehmen zu kommen. In der Folgezeit wurden noch weitere Arbeiten durchgeführt wie z.B. Anbringen der Dachrinne, Trockenlegen der Kirche durch entsprechende Schachtarbeiten, Erneuerung des Fußbodens.

Gott und allen, die Verantwortung für unsere Kirche gezeigt haben, sei Dank.

Bernd Seibold, Rehehausen
  

 

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